Schicksal

Vielleicht müssen Dinge einfach passieren wie sie passieren und wir haben keinen Einfluss darauf. Vielleicht müssen wir dadurch etwas lernen. Lernen, das es im Leben Schönes zu erleben und zu sehen gibt und lernen, was im Leben wirklich zählt. Was einem wichtig ist und was wertvoll ist, ist dabei vielleicht individuell verschieden und nicht auf andere übertragbar. Vielleicht ist das was man lernen muss das, dass man herausfinden muss wer man eigentlich wirklich ist. Erst wenn die oberflächlichen oder auferlegten Fassaden der eigenen Persönlichkeit fallen und man nichts mehr verbergen kann, ist es möglich das zu sein, was man eigentlich ist. Wer man ist. Dann lernt man, dass einem niemand das Gefühl geben darf, weniger wertvoll zu sein als andere. Das niemand das Recht hat, dir deinen Stolz und deinen Wert zu nehmen, indem er dein Herz in Stücke reißt und dir alles nimmt, was du im inneren hast. Wenn du das verstanden hast und an einem Punkt bist, an dem du keine Kraft mehr hast etwas zu sein was du nicht bist, fängst du an zu verstehen. Zu verstehen das es an der Zeit ist die Stücke deines blutenden Herzens wieder zusammen zu setzten. Mit dem was du wirklich bist und mit all der Kraft, die ein Mensch in sich trägt. Vielleicht kann dann das Feuer das in dir steckt wieder anfangen zu glühen und du kannst lernen, das du es wert bist geliebt zu werden so wie du bist und so wie du es verdienst und nicht so wie man dich haben will. Keiner darf mich dazu bringen, mich selbst zu verleugnen und mich zu verbiegen und dadurch zu jemandem zu werden, der ich nicht bin und nicht sein will. Erst glaubt man sich die Fassade selbst - bis man spürt wie der Mensch der man ist langsam zu Grunde geht, keine luft mehr bekommt und an dem zerbricht. Vielleicht ist es für einen tief fühlenden Menschen eines der schlimmsten Dinge, das Gefühl der Lieblosigkeit und Inakzeptanz zu spüren. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem es kein zurück mehr gibt, sondern nur noch ein vorwärts. Die Frage ist nur, welche Richtung man einschlagen möchte. Die der dauerhaften und schmerzhaften Fassade oder die des Kampfes. Eines Kampfes für die eigene Persönlichkeit und Würde. Für die eigenen inneren Bedürfnisse und für einen selbst. Vielleicht muss man dafür etwas aufgeben. Einen geliebten Menschen zum Beispiel. Doch was ist dieses Opfer für eines wenn diese von einem selbst aufgebrachte bedingungslose Liebe und Zuneigung nicht erwidert wird oder an Bedingungen geknüpft ist? Ist eine solche bedingte Liebe eine wahre oder ist sie das was einen Menschen kaputt macht und das Sterben lässt, was an eigenen Energien vorhanden ist. Ist es dann statt eines Opfers nicht eher etwas zwingend erforderliches, dieses Opfer - so groß es auch in dem Moment sein mag - zu bringen und für sich selbst statt für eine solch falsche Liebe zu kämpfen? Und ist der Kampf um das eingene selbst und das was man wirklich ist nicht der wichtigste und wertvollste den man führen kann? Es scheint ein langer Weg das loszulassen, was man sich von einem Menschen den man liebt erhofft hat. Ein langer Weg die Stücke des daran zerbrochenen Herzens wieder zusammen zu setzten und den Kampf um einen selbst aufzunehmen. Dieser Weg kann Angst machen und schmerzen. So Schmerzen das man stets das Gefühl hat, umkehren zu wollen oder sich der Trauer über das verlorene hinzugeben. Doch ist man es sich selbst nicht schuldig diesen Kampf auf sich zu nehmen? Oder ist man es niemandem schuldig aber stärkt damit das eigene Selbstvertrauen und die Persönlichkeit? Vielleicht, weil man es irgendwann geschafft hat und viele Dinge mit anderen Augen sieht. Sei es nur, das das man besser auf sich aufpasst, sich besser behaupten kann und niemanden mehr in sein Leben lässt, der einen verbiegt, nicht schätzt und nicht so liebt wie man ist. Denn geliebt zu werden, so wie man ist, mit all seinen Stärken aber ebenso all den Schwächen, Macken und Unperfektheiten ist doch im Grunde das wonach jeder Mensch zustreben versucht. Wenn man eine solche Liebe findet ist man dann glücklich? Oder macht man sich damit wieder abhängig? Sich selbst zu schätzen sich zu kennen und den Mut zu haben, der zu sein, der man wahrhaftig ist, erscheint doch ein nahezu vollkommenes Glück. Das zu erreichen scheint nicht immer einfach. Die meiste Zeit ist es wohl eher etwas schwieriges und anstrengendes. Die Frage ist, ob es das wert ist und ob man die Stärke und Ausdauer aufbringen vermag, die es benötigt. Vielleicht braucht es dafür Quellen an denen man sich die Energie dafür holen kann. Auftanken kann was im Alltag verloren geht. Vielleicht sind dies Orte oder einfach Begegnungen die einem die Kraft wiedergeben können. Menschen die einen dabei begleiten. Manchem mag Gott - oder wie sie diese Quelle nennen mögen - eines dieser Anker sein. Vielleicht sind es die kleinen Dinge im Leben die dabei zählen. Doch die wichtigste dieser Quellen sind wir doch im Grunde wieder selbst. Das zu entdecken und nach einem Schicksalsschlag, wie man es nennt, wieder zu spüren ist vielleicht eines der anspruchsvollsten und zugleich eindrücklichsten Dinge im Leben. Vielleicht muss man versuchen mit offenen Augen die Welt und das, was um einen herum passiert, zu begegnen und dem immer wieder aufs neue Bedeutung beizumessen um im Leben anzukommen und es zu schätzen. Ehrfurcht zu haben wenn es nötig ist und stets zu wissen das alles passiert, ob wir es nun wollen oder nicht. Wichtig ist vielleicht das anzunehmen was einem widerfährt und das daraus zu machen was, man selbst daraus machen möchte und sich nicht zu beschweren über das, was ist. Denn geschieht tatsächlich alles, ohne das man einen Einfluss darauf hat? Oder ist man nicht eher selbst dafür verantwortlich, das du beeinflussen, was in seiner Macht liegt und das anzunehmen, was man nicht ändern kann. Liebe kann man nicht erzwingen, sie lässt sich nicht verfälschen oder belügen. Liebe ist eines der ehrlichsten und wahrhaftigsten Dinge. Vor ihr sollte man sich verbeugen und ihr mit Ehrfurcht begegnen. Sie sollte sich anfühlen wie ein warmer sommerregen oder wie das wärmende Gefühl einer heißen Schokolade im Winter. Sie sollte nicht Schmerzen oder Leid verursachen sondern sie sollte dich besser fühlen lassen. Du solltest dabei tanzen und sie sollte eine Quelle der Kraft sein. Nicht einen Menschen zerstören oder ihn mit sich in die Tiefe reißen. Ich weiß nicht ob Romeo und Julia das von der Liebe dachten und ob die Entscheidung, lieber zu sterben als voneinander getrennt zu sein wahr ist, aber wenn es das ist, war es eine Entscheidung vorwärts zu gehen und die Richtung des eigenen Todes einzuschlagen um sich selbst nickt zu verlieren oder verleugnen zu müssen. Vielleicht hat es die beiden nicht vereint und glücklich gemacht - aber sie haben sich doch dafür entschieden sich nicht einer äußeren Fassade hinzugeben, sondern zu kämpfen - selbst wenn das Den eigenen Tod bedeutet hat.

24.8.15 13:21

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